8. Internationales Festival für Neue Musik
Focus: Estland
8. internationales Provinzlärm-Festival 2021 im Ostseebad Eckernförde

Vom 19. – 21. Februar 2021 steht in der St. Nicolaikirche in Eckernförde die 8.
Provinzlärm-Auflage an. Musikalisch beleuchtet wird diesmal das Schwerpunktland

Estland mit seiner langen Tradition an Vokal- und Streichermusik, aber auch seiner
Aufgeschlossenheit für technische Errungenschaften. Aufführungen von Werken
jüngeren, sowohl estnischen, als auch internationalen Komponisten-Generation
informieren über neueste Strömungen in der zeitgenössischen Musik. Dabei stehen
neben rein instrumentalen und vokalen Kompositionen ebenso Werke auf dem
Programm, die elektronische und visuelle Medien mit einbeziehen, so dass das
Publikum ein reichhaltiger Spannungsbogen zwischen Spiritualität, innovativer
Klangpoesie und moderner Technik erwartet.

Neben den Ensembles „Reflexion K“, „AuditivVokal“ und „norddeutsche sinfonietta“
übernimmt das estnische Ensemble „U:“ einen wichtigen Part im kommenden Festival.
Zusätzlich zu einem eigenen Konzert am Samstag, 20.2. um 20.00 Uhr werden die
sechs Musiker*innen auch zusammen mit den anderen am Festival beteiligten
Ensembles zu hören sein. Desweiteren wird ihr „Virtual-Reality-Project“ mit großer
Spannung erwartet. Geplant ist dafür ein ca. 30-minütiges Programm, bei dem das
Publikum mit VR-Brillen virtuelle Räume beschreiten kann, während Mitglieder von U:
extra dafür komponierte Werke spielen. Dieses Programm wird während der
Festivalzeit, je nach Anmeldezahlen, drei bis viermal in der Galerie des Schleswig-
Holsteinischen Künstlerhauses aufgeführt werden.
Medial unterstützt wird das Festival, wie bereits auch die Festivals 2013, 2015 und 2019,

durch Live-Mitschnitte des Deutschlandfunks Köln.

Nach den guten Erfahrungen beim vorangegangenen 7. Provinzlärm-Festival soll auch
der 8. Ausgabe wieder ein Auftakt-Konzert mit etwas zeitlichem Abstand vorausgehen.
Diese Auftaktveranstaltung wird am 29. oder 30.1. 2021 stattfinden und vom Ensemble
AuditivVokal aus Dresden gestaltet werden, die den zeitgenössischen Werken aus
Estland, Deutschland und dem Iran die „Missa da pacem“ von Josquin Desprez
gegenüber stellen.

Von 19. bis 21. Februar werden dann die weiteren Konzerte des 8. Provinzlärms
stattfinden. Mit „Cantus in Memory of Benjamin Britten“ (1977) von Arvo Pärt und
„Harakiri“, dem Skandalstück von Nicolaus A. Huber aus dem Jahr 1971 in den
Konzerten 1 und 3 könnten die geistigen Ursprünge und kompositorischen Welten nicht
weiter auseinander liegen. Während Pärt mit großer Intensität Klangschicht über
Klangschicht zelebriert, versammeln sich bei Huber alle Musiker*innen über mehr als
10 Minuten auf einem einzigen gemeinsamen Ton, bis eine Sprecherin mit einer
Abhandlung über das „Crescendo“ dann das Stück beendet. In diesem Spannungsfeld
bewegen sich die weiteren ausgewählten Orchesterwerke von Liisa Hirsch, Helena
Tulve und Gerald Eckert, für deren unterschiedlich poetische Klangwelten die
Eckernförder St. Nicolai-Kirche ebenfalls optimale akustische Voraussetzungen bietet.

Die zweite Veranstaltung des kommenden „Provinzlärms“ verbindet, wie bei den
vorangegangenen Festivals auch, das Format des „Markt-Gottesdienstes“, der Samstags
immer während der Zeit des Wochenmarktes auf dem Kirchplatz und Rathausmarkt
stattfindet, mit einem Konzert. Dabei wird Pastor Dirk Homrighausen über die zu
hörenden zeitgenössischen Werke sprechen und ausgewählte estnische Lyrik als
Kontrapunkt zur Musik rezitieren.

Auf dem Programm des vierten Konzertes stehen überwiegend Werke der jüngeren
estnischen Komponisten-Generationen wie Märt-Matis Lill, Madli Marje Sink oder Helena
Tulve kombiniert mit Kompositionen internationaler Komponisten wie beispielsweise
Tristan Murail, die allesamt vom estnischen Ensemble U: aufgeführt werden

Im Schlusskonzert am Sonntag, den 21.2. verschmelzen die Ensembles Reflexion K und
U: dann zu einem Klangkörper und präsentieren neben neuen Kompositionen aus
Estland auch Werke von Komponisten wie Pouria Eghdami oder Chanhee Lim, die in den
vergangenen Jahren Stipendiaten am Schleswig-Holsteinischen Künstlerhaus in
Eckernförde waren.

Nach den derzeit geltenden Corona-Hygiene-und Abstands-Regelungen dauern sämtliche,
in der St. Nicolai-Kirche stattfindenden, Festival-Konzerte ca. 60 Minuten und können
von einer begrenzten Anzahl Zuhörer*innen besucht werden. Sollte eine
Verschlechterung der Corona-Situation weitere Maßnahmen nötig machen, würde der
Provinzlärm oder Teile daraus gestreamt und so zum Publikum gebracht werden.
Provinzlärm erhielt seinen Namen in Anlehnung an den Roman „Der Provinzlärm“ des
Autors und Lyrikers Wilhelm Lehmann, der lange Zeit in Eckernförde gelebt hat.

Ein detailliertes Festival-Programm finden Sie ab Anfang Januar unter Provinzlärm 2021.

www.provinzlaerm-festival.de
www.neuemusik-eckernfoerde.de