8. Internationales Festival für Neue Musik
Focus: Estland
8. internationales Provinzlärm-Festival 2021/2022 im Ostseebad Eckernförde

Das 8. internationale Provinzlärm Festival im Ostseebad Eckernförde wurde coronabedingt von 2021 auf den Februar 2022 verschoben. Das Pre-Concert mit dem Ensemble AuditivVokal Dresden findet bereits am 13. November 2021 statt.

Musikalisch beleuchtet wird diesmal das Schwerpunktland Estland mit seiner langen Tradition an Vokal- und Streichermusik, aber auch seiner Aufgeschlossenheit für technische Errungenschaften. Aufführungen von Werken einer jüngeren, sowohl estnischen, als auch internationalen Komponisten-Generation informieren über neueste Strömungen in der zeitgenössischen Musik. Dabei stehen neben rein instrumentalen und vokalen Kompositionen ebenso Werke auf dem Programm, die elektronische und visuelle Medien mit einbeziehen, so dass das Publikum ein reichhaltiger Spannungsbogen zwischen Spiritualität, innovativer Klangpoesie und moderner Technik erwartet.

Neben den Ensembles „AuditivVokal Dresden“ ,„norddeutsche sinfonietta“ und dem Ensemble in Residence „Reflexion K“ übernimmt das estnische Ensemble „U:“ einen wichtigen Part im kommenden Festival. Zusätzlich zu einem eigenen Konzert am Samstag, 19.2. um 20.00 Uhr werden die sechs Musiker*innen auch zusammen mit den anderen am Festival beteiligten Ensembles zu hören sein. Desweiteren wird ihr „Virtual-Reality-Project“ mit großer Spannung erwartet. Geplant ist dafür ein ca. 30-minütiges Programm, bei dem das Publikum mit VR-Brillen virtuelle Räume beschreiten kann, während Mitglieder von U: extra dafür komponierte Werke spielen. Dieses Programm wird während der Festivalzeit, je nach Anmeldezahlen, drei bis viermal in der Galerie des Schleswig-Holsteinischen Künstlerhauses, Ottestrasse 1, aufgeführt werden.
Medial unterstützt wird das Festival, wie bereits auch die Festivals 2013, 2015 und 2019, durch Live-Mitschnitte des Deutschlandfunks Köln.

Nach den guten Erfahrungen beim vorangegangenen 7. Provinzlärm-Festival soll auch der
8. Ausgabe wieder ein Auftakt-Konzert mit etwas zeitlichem Abstand vorausgehen. Diese Auftaktveranstaltung wird bereits am 13. November 2021 stattfinden und vom Ensemble AuditivVokal aus Dresden gestaltet werden, die den zeitgenössischen Werken aus Estland, Deutschland und dem Iran die „Missa da pacem“ von Josquin Desprez gegenüber stellen.

Von 18. bis 20. Februar werden dann die weiteren Konzerte des 8. Provinzlärms stattfinden.
Mit „Cantus in Memory of Benjamin Britten“ (1977) von Arvo Pärt und „Harakiri“, dem Skandalstück von Nicolaus A. Huber aus dem Jahr 1971 in den Konzerten 1 und 3 könnten die geistigen Ursprünge und kompositorischen Welten nicht weiter auseinander liegen. Während Pärt mit großer Intensität Klangschicht über Klangschicht zelebriert, versammeln sich bei Huber alle Musiker*innen über mehr als 10 Minuten auf einem einzigen gemeinsamen Ton, bis eine Sprecherin mit einer Abhandlung über das „Crescendo“ dann das Stück beendet. In diesem Spannungsfeld bewegen sich die weiteren ausgewählten Orchesterwerke von Liisa Hirsch, Helena Tulve und Gerald Eckert, für deren unterschiedlich poetische Klangwelten die Eckernförder St. Nicolai-Kirche ebenfalls optimale akustische Voraussetzungen bietet.

Die zweite Veranstaltung des kommenden „Provinzlärms“ verbindet, wie bei den vorangegangenen Festivals auch, das Format des „Markt-Gottesdienstes“, der lange Zeit regelmäßig samstags während der Zeit des Wochenmarktes auf dem Kirchplatz und Rathausmarkt stattfand, mit einem Konzert. Dabei wird Pastor Dirk Homrighausen über die zu hörenden zeitgenössischen Werke sprechen und ausgewählte estnische Lyrik als Kontrapunkt zur Musik rezitieren.

Auf dem Programm des vierten Konzertes stehen überwiegend Werke der jüngeren estnischen Komponisten-Generationen wie Märt-Matis Lill, Madli Marje Sink oder Helena Tulve kombiniert mit Kompositionen internationaler Komponisten wie beispielsweise Tristan Murail, die allesamt vom estnischen Ensemble U: aufgeführt werden.
Das Schlusskonzert am Sonntag, den 20.2. gestalten die Ensembles U: und Reflexion K dann mit einem gemeinsamen Programm.
Provinzlärm erhielt seinen Namen in Anlehnung an den Roman „Der Provinzlärm“ des Autors und Lyrikers Wilhelm Lehmann, der lange Zeit in Eckernförde gelebt hat.
Ein detailliertes Festival-Programm foinden Sie Anfang Januar unter Provinzlärm 2022.

www.provinzlaerm-festival.de
www.neuemusik-eckernfoerde.de